Flow Wrapping: Sekundärverpackung für maximalen Produktschutz
Zuletzt aktualisiert: 02. März 2026
Bei Flow Wrapping handelt es sich um ein automatisiertes Verpackungsverfahren, auch bekannt als Schlauchbeutelverpackung oder Horizontal Form Fill Seal (HFFS). Das Prinzip: Produkte werden kontinuierlich in eine flach zugeführte Folienbahn eingeschlagen, die zu einem Schlauch geformt wird. Auf gerader Linie lassen sich so verschiedenste Artikel effizient in Kunststofffolie versiegeln und verschweißen.
Der Begriff stammt aus dem Englischen („flow“ für Fluss und „wrapping“ für Verpackung) und beschreibt den fließenden, kontinuierlichen Prozess, für den die Technologie weltweit bekannt ist. Geprägt wurde das Verfahren unter anderem durch Pioniere wie Samuel John Campbell, der eine der ersten fortschrittlichen Wickelmaschinen für Kunststofffolien entwickelte.
Was genau geschieht beim Flow Wrapping?
- Schritt 1: Die Artikel werden in präzisen Abständen auf einem Zuführband in die Verpackungszone geleitet.
- Schritt 2: Die Maschine wickelt automatisch eine Folienbahn ab. In der pharmazeutischen Industrie kommen hier meist spezialisierte Mehrschichtverbundfolien (Laminate) zum Einsatz, um optimale Barriereeigenschaften zu garantieren.
- Schritt 3: Die Folie wird über eine Form- oder Faltschulter (Forming Shoulder) zu einem Schlauch um das Produkt gelegt.
- Schritt 4: Die Versiegelung der Längsnaht erfolgt kontinuierlich durch beheizte Siegelrollen. Hierbei wird die Folie exakt verschweißt, sodass eine definierte Längssiegelnaht (Finsegelung) entsteht, die das Produkt schützt.
- Schritt 5: Abschließend werden die Enden des Schlauchs durch Schweißbacken versiegelt und die Packungen durch präzise, synchronisierte Schneidstationen voneinander getrennt.
Flow Wrapping: Leistung und Geschwindigkeit
Die Ausbringungsmenge einer HFFS-Anlage ist direkt abhängig von der Produktgeometrie und den Folieneigenschaften. Während kompakte Systeme für kleinere Chargen den Bereich von 50 bis 200 Takten pro Minute abdecken, erreichen spezialisierte High-Speed-Anlagen im Verbund mit Blow-Fill-Seal-Linien Leistungen von bis zu 1.000 Einheiten pro Minute.
Wo kommen Flow Wrapping-Maschinen zum Einsatz?
In Medizin und Pharmazie: Im pharmazeutischen Sektor dient Flow Wrapping häufig als Sekundärverpackung (Overwrap). Während der Blow-Fill-Seal-Prozess (BFS) die aseptische Abfüllung des Produkts im Primärbehälter garantiert, schützt die zusätzliche Schlauchbeutelverpackung das Behältnis vor äußeren Einflüssen, minimiert die Wasserdampfpermeation und sichert die Integrität während des Transports.
In Kosmetika: Für Kosmetikprodukte ohne Konservierungsstoffe ist ein maximaler Schutz essenziell. Rommelag kombiniert hier die Vorteile der hermetisch versiegelten BFS-Behälter mit einer robusten Schlauchbeutel-Umverpackung, um die Produkthaltbarkeit auch bei anspruchsvollen Umgebungsbedingungen zu maximieren.
In der Chemie: Auch in der Chemie werden flüssige Spezialchemikalien in BFS-Gebinden durch Flow Wrapping zusätzlich vor Umwelteinflüssen geschützt. Darüber hinaus findet die Technik Anwendung bei festen chemischen Stoffen oder Tabs mit wasserlöslicher Hülle.
Welche Materialien eignen sich am besten?
- Polypropylen (PP): Im pharmazeutischen Bereich geschätzt für seine hohe Transparenz und Temperaturbeständigkeit, was es ideal für Produkte macht, die nach dem Verpacken sterilisiert werden müssen.
- Polyethylen (PE): Besticht durch hervorragende Siegeleigenschaften und Flexibilität, was eine besonders sichere Nahtführung ermöglicht.
- Folienkaschierungen (Laminate): Diese enthalten oft Barriereschichten (z. B. Aluminium), um Licht, Feuchtigkeit und Sauerstoff konsequent vom Produkt fernzuhalten – ein Muss für sensitive Pharmazeutika.