Prozesssicherheit bei der Herstellung aseptischer Verpackungslösungen

Zuletzt aktualisiert: 28. April 2026

Der Begriff Prozesssicherheit bezeichnet Vorgehensweisen und Maßnahmen, die geeignet sind, sichere Produktionsprozesse zu gewährleisten. Die Gesamtheit der Verfahren garantiert sichere, zuverlässige und stabile Abläufe. Sicherheit beim Ablauf von Arbeitsvorgängen unterscheidet sich von der Anlagensicherheit. Bei letzterer geht es um das Gefahrenmanagement beim Betrieb technischer Anlagen. 

Das Ziel sicherer Prozesse ist zweifach: die kompromisslose Gewährleistung der Produktqualität sowie der Schutz von Mensch und Umwelt. Sichere Prozessabläufe sind vor allem in Branchen mit hohen Sicherheitsansprüchen und komplexen Abläufen von Bedeutung. Dazu zählen die Pharma- und Chemieindustrie ebenso wie die Lebensmittelproduktion. Dabei ist aseptisches Abfüllen ausschlaggebend, um Flüssigkeiten vor Kontaminierung durch schädliche Keime und vor Verunreinigungen zu schützen. 


Prozesssicherheit basiert auf Kernaspekten wie: 

  • Identifizierung möglicher Gefahren 
  • Frühzeitige Erkennung von Risiken
  • Vermeiden von Schwachstellen in Prozessen
  • Implementierung definierter Verfahren und Kontrollmechanismen 

 

Gesetzliche Grundlagen und Regelwerke

Die prozesssichere Herstellung von Arzneimitteln unterliegt strengen internationalen Regularien. Maßgeblich ist hierbei der EU-GMP-Leitfaden, insbesondere der Annex 1 für die Herstellung steriler Arzneimittel. Ergänzt wird dies durch ISO-Normen wie die ISO 14644 (Reinraumtechnik) und die ISO 13485 (Medizinprodukte). Während staatliche Gesetze wie das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) und die Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) den Schutz von Mensch und Umwelt sicherstellen, garantiert die Einhaltung der GMP-Standards die Integrität und Qualität des aseptischen Endprodukts.


Risikoidentifikation und Gefahrenanalyse

Risikoidentifikation und Gefahrenanalyse sind wesentliche Voraussetzungen, die sichere Prozesse ermöglichen. In jedem Betrieb und bei jedem Arbeitsvorgang gibt es Gefahrenquellen. Die Risikoanalyse dient dem Zweck, die Eintrittswahrscheinlichkeit von Gefahren zu ermitteln und das Schadensausmaß zu bewerten. Eine Gefahr beruht immer auf einer oder mehreren Ursachen. Erkennen und Vermeiden risikoreicher Aktivitäten vermindern Risiken und erhöhen die Sicherheit. 


Was ist das Schutzebenen-Konzept?

Der Begriff Schutzebenen beschreibt Sicherheitsmaßnahmen, die aus mehreren Ebenen bestehen. Die einzelnen Bereiche sind so konzipiert, dass diese zusammenwirken und sich gegenseitig absichern. 

Aufgaben und Funktionen des technischen und organisatorischen Sicherheitsmanagements

Ein Sicherheitsmanagement ist in allen Bereichen mit Gefährdungspotenzialen notwendig. Aufgaben und Funktionen umfassen organisatorische und technische Komponenten. Die Abwehr konkreter Gefahrenquellen wird durch gründliche Überwachung aller im Einsatz befindlichen technischen Systemen erreicht. Sorgfältige Ausbildung und Schulung der Mitarbeiter helfen Fehler zu vermeiden, die auf menschlichem Verhalten beruhen. 

Die Ziele des Sicherheitsmanagements sind: 

  • Sichere und kontrollierte Durchführung von Prozessen
  • Verhinderung von Störungen und Unfällen
  • Schutz von Anlagen, Mensch und Umwelt

Die Prozesssicherheit wird durch eine umfassende Validierung (IQ, OQ, PQ) objektiv nachgewiesen. Dieser Prozess belegt dokumentiert, dass die Anlage unter realen Produktionsbedingungen reproduzierbar sterile und spezifikationskonforme Ergebnisse liefert.