IIoT: Intelligente Produktion für Effizienz und Produktsicherheit
Zuletzt aktualisiert: 23 Dezember 2025
Das Industrial Internet of Things (Industrielles Internet der Dinge, kurz IIoT) ist der Teilbereich des Internets der Dinge (Internet of Things, IoT), der sich auf industrielle Anwendungen konzentriert. Das heißt, es geht um die Vernetzung von Maschinen, Anlagen, Sensoren und gesamten Systemen innerhalb von Produktionsstätten sowie übergreifend innerhalb gesamter Lieferketten oder sogar auf globaler Ebene. IIoT verfolgt dabei mehrere Ziele wie Effizienzsteigerung, Kostensenkung, Prozessoptimierung und verbesserte Transparenz in der Produktion.
Wie funktioniert das industrielle Internet der Dinge?
Herzstück des industriellen Internets der Dinge sind intelligente Maschinen, Sensoren und Steuerungssysteme wie PLCs sowie Edge-Devices. Sensoren erfassen Messwerte (z. B. Füllstände oder Feuchtigkeitswerte); PLCs und Edge-Devices übernehmen diese Signale, können sie lokal vorverarbeiten und in übergeordnete Systeme bzw. Analyseplattformen übertragen.
Speziell in der Pharmazie sind pH-Werte, Viskositäten, Temperaturen, Partikelgehalte und Co. häufige Messdaten. Eine wichtige Voraussetzung für das IIoT ist, diese nahezu in Echtzeit zu erfassen, zu überwachen und auszuwerten.
Im zweiten Schritt werten Maschinen diese Daten automatisch aus. Oftmals erfolgt das an zentraler Stelle über Analyseplattformen. Diese geben Feedback an die Produktionsanlagen, die teilautomatisch oder vollautomatisch gesteuert werden. So ist es möglich, Prozesse laufend zu überwachen und ohne manuelle Eingriffe zu optimieren. Voraussetzung dafür ist eine vernetzte Produktionskette – auch über die gesamte Lieferkette hinweg. Dadurch ergeben sich Vorteile wie steigende Energieeffizienz, vorausschauende Wartungen und präzisere Logistik.
Darüber hinaus ist es möglich, digitale Zwillinge von Produktionsanlagen zu erstellen. Diese ermöglichen es, Prozesse zu optimieren und die Auswirkungen von Änderungen zu testen, ohne reale Eingriffe vorzunehmen.
Anwendungsgebiete des IIoT
Das Industrial Internet of Things ist in der Industrie weit verbreitet – von der Halbleitertechnik über den Automotive-Bereich bis zur Biotechnologie. Besonders in der Pharmazie, mit ihren komplexen Prozessen und hohen Anforderungen, bietet es viele Vorteile.
Es unterstützt GMP-konforme, vernetzte Produktionsprozesse durch eine bessere Überwachung und Dokumentation. Zudem ermöglicht es die kontinuierliche Prozessüberwachung bei aseptischen Verfahren wie Blow-Fill-Seal, wodurch die Qualitätssicherung gestärkt wird. So lassen sich Produkte hochgradig automatisieren – mit höchster Produktsicherheit und steigender Effizienz.
Das IIoT steigert außerdem die Verfügbarkeit von Anlagen durch Predictive Maintenance (vorausschauende Wartung). Hersteller profitieren von sicheren Produkten, höherer Effizienz, geringeren Produktionskosten und der Einhaltung von Richtlinien.
Auch in anderen Branchen – Chemie, Automobilindustrie, Maschinenbau, Logistik und Energieversorgung – bringt IIoT Automatisierung, Echtzeit-Tracking, optimierte Lieferketten und Ressourceneffizienz.
IoT & IIoT: verwandt, aber unterschiedlich
Das IIoT ist ein Teilbereich des IoT, das allgemein vernetzte Geräte beschreibt. Während Verbraucher mit IoT häufig Smart-Home-Anwendungen verbinden, fokussiert sich das IIoT auf industrielle Anwendungen.
Daher liegt der Schwerpunkt auf Sicherheit, Zuverlässigkeit, Skalierbarkeit und Datenschutz. Prozessdaten sind der entscheidende Wettbewerbsvorteil, den Unternehmen nutzen.
Auch die Sensoren und Anlagen im industriellen Maßstab unterscheiden sich – sie müssen robuster, präziser und sicherer sein. Dennoch gibt es Überschneidungen, etwa bei der Sensortechnologie zwischen Smartphones und Laborgeräten.
Ein allgemeiner Trend sind Künstliche Intelligenz (KI) und steigende Datenmengen. Deshalb ist der Ausbau der Dateninfrastruktur (z. B. 5G-Netz) entscheidend.
Chancen des Industrial Internet of Things
Zu den wichtigsten Chancen des IIoT gehören:
- Höhere Produktqualität durch Echtzeit-Überwachung
- Prozessoptimierung durch datengetriebene Entwicklung
- Schnellere Innovationen durch vernetzte Systeme
- Datenauswertung durch KI und Big Data
- Steigende Effizienz, sinkende Kosten und geringere Ausschussquoten
- Unterstützung regulatorischer Compliance
Herausforderungen: Datenschutz und Sicherheit
Zu den größten Herausforderungen des IIoT zählen Datenschutz und Datensicherheit. Unternehmen müssen ihre kritische Infrastruktur schützen, etwa durch Verschlüsselung sensibler Produktionsdaten.
Weitere Herausforderungen sind hohe Investitionskosten, die Integration komplexer Systeme und der Fachkräftemangel. Besonders in der Chemie- und Pharmaindustrie gelten strenge regulatorische Anforderungen (z. B. GMP, FDA, EMA).
Gleichzeitig können jedoch vernetzte Geräte dabei helfen, diese Richtlinien effizient umzusetzen.