Rapid Transfer Ports – Smarte Technologien für Abfüllung und Versiegelung
Zuletzt aktualisiert: 10 Februar 2026
Rapid Transfer Ports (RTP) sind mechanische Schnittstellen für den kontaminationsfreien Transfer von Komponenten. Die Ports ermöglichen den sicheren, aseptischen Transfer von Material oder Instrumenten in einen abgeschlossenen Behälter, wie einen Isolator. Auf diese Weise gelangt alles keimfrei in den sterilen Bereich hinein beziehungsweise wieder heraus. Pharmaunternehmen nutzen dieses System bei der Herstellung von Arzneimitteln oder Impfstoffen.
Materialübergabe durch RTP: Aseptischer Materialtransfer via Alpha-Beta-Schnittstelle
Die Materialübergabe per Rapid Transfer Port (RTP) nutzt ein geschlossenes System aus zwei Teilen: das Alpha-Beta-System. Dieses basiert auf dem Prinzip der Doppelklappen (Double-Door-Transfer-System). Grundsätzlich gilt: Die beiden getrennten Bereiche berühren einander nur, wenn ihre Dichtflächen komplett verschlossen sind.
Die Barriere funktioniert während des Materialtransfers reibungslos, weil eine mechanische Verriegelung die Schnittstelle präzise schließt. So bleiben beide Bereiche sauber und die Integrität der Trennwand gewahrt. Das Material gelangt schließlich ohne jede Kontamination zum Zielort.
Das technische System verwendet hierfür zwei sich ergänzende Bestandteile:
- Der Alpha-Port ist fest am Isolator verbaut.
- Der Beta-Container (oder ein Beta-Beutel) bildet als mobiles Transfer-Modul die flexible Komponente des Systems.
Nur wenn diese beiden Teile mechanisch abgedichtet verbunden sind, öffnet sich ein keimfreier Übergangskanal.
Aseptische Abfüllanlagen von Rommelag
Die in Deutschland gefertigten bottelpack-Anlagen von Rommelag setzen weltweite Standards in der aseptischen Abfüllung. Gemäß EU-GMP Annex 1 ermöglichen diese Anlagen durch ihr geschlossenes System eine signifikante Reduktion der Reinraum-Klassifizierung im Hintergrund (häufig Klasse C). Der kritische Bereich der Abfüllung (Klasse A) ist dabei räumlich minimal gehalten, was die Betriebskosten und Kontaminationsrisiken drastisch senkt.
Castus-RTP-Systeme bewegen Bauteile keimfrei in den sterilen Kern der Anlagen. Dieser Vorgang läuft vollautomatisch und geschützt vor schädlichen äußeren Einflüssen ab, wodurch die Produktqualität gesichert wird.
Sterile Abfüllanlagen für Ampullen
Ausrüstungen von Rommelag verarbeiten flüssige Medikamente in Kleinstmengen wie Augentropfen, Inhalationslösungen oder Injektionspräparate. Je nach Konfiguration und Behältergröße realisieren diese Systeme einen Ausstoß von bis zu 35.000 Einheiten pro Stunde bei Füllmengen zwischen 0,1 und 60 Millilitern. Dank modularer Bauweise und optimierter Formwerkzeuge ist ein effizienter Formatwechsel möglich, der die Stillstandzeiten minimiert.
Zwei Fundamente für keimfreien Materialtransport
Steriler Materialtransfer gelingt nur, wenn zwei wesentliche Verfahren ideal harmonieren:
- Rapid Transfer Ports (RTP) ermöglichen in der Verfahrenstechnik den sicheren Austausch des zu verarbeitenden Materials.
- Die Blow-Fill-Seal-Technologie (BFS) stellt die Behältnisse im geschlossenen System her, befüllt und verschließt sie sofort. Dies macht den gesamten Prozess hochsicher und keimfrei.
Innovation: Blow-Fill-Seal-Technologie
Rommelag revolutionierte die aseptische Abfüllung vor über 60 Jahren mit der Entwicklung der Blow-Fill-Seal-Technologie (BFS). BFS verknüpft die Arbeitsschritte Behälterherstellung, Befüllung und Versiegelung in einem einzigen, vollautomatischen Arbeitsgang.
Blow – Behälter formen
Im BFS-Prozess wird ein thermoplastisches Polymer unter hohem Druck zu einem Schlauch extrudiert. Unmittelbar nach dem Schließen der Form wird der Behälter mittels Sterilluft oder Vakuumunterstützung in der Formkavität ausgeformt. Da die Behälterinnenseite erst im Moment der Formung entsteht und das Material bei hohen Temperaturen verarbeitet wird, ist keine separate Behältersterilisation erforderlich.
Fill – Befüllen
Spezialvorrichtungen füllen den Behälter daraufhin mit der präzisen Menge der Flüssigkeit oder hochviskoser Medien (wie Gele oder Suspensionen). Die Dosiersysteme arbeiten dabei hochpräzise, wodurch eine homogene Produktqualität garantiert ist.
Seal – Versiegeln
Durch die Resthitze des Materials schmilzt das Polymer direkt nach der Befüllung und bildet einen hermetischen Verschluss. Diese Versiegelung verhindert zuverlässig das Eindringen von Keimen oder Partikeln.
Materialauswahl und Arten
Rommelag stellt Rapid Transfer Ports als integralen Bestandteil der aseptischen BFS- und Isolator-Technologien bereit. Jeder RTP besteht aus hochwertigen, GMP-konformen Werkstoffen.
Materialvarianten
- Edelstahl (316L): Der Standardwerkstoff für hochreine pharmazeutische Anwendungen.
- Hart-Polyethylen (HDPE): Eine chemikalienbeständige und leichte Alternative für spezifische Anforderungen.
- Kunststoff-Beta-Container: Eine wirtschaftliche Lösung für den Transfer weniger empfindlicher Substanzen.
- Aluminium-Beta-Container: Eine robuste und leichtere Alternative zu Edelstahl.
- Silikondichtungen (FDA-zertifiziert): Die Standardlösung zur sterilen Abdichtung zwischen Alpha- und Beta-Port.
Ausführungen für RTP-Systeme
- Alpha-Port-Varianten: Fest verbaute Standard-Ports oder rotierende Alpha-Ports zur Erleichterung des Beladevorgangs.
- Beta-Port-Behälter: Verfügbar in Edelstahl (für anspruchsvolle/toxische Medien), Kunststoff oder Aluminium.
- Automatik-Systeme: Ermöglichen als Auto-Ports eine automatisierte Be- und Entladung sowie eine lückenlose digitale Prozessüberwachung (Audit Trail).
Nutzgrößen
Die Systeme sind in den gängigen Industriestandards mit Innendurchmessern von 105, 190 und 270 Millimetern verfügbar und vorrangig für den Einsatz in BFS-Isolator-Anlagen konzipiert.